Am Montag, 27.03.2017 wurden die finalen Projekte bei der offiziellen Abschlusspräsentation des „Wir sind Nachbarn“ LABs gezeigt. Es wurden sowohl die Ergebnisse des vergangenen Wochenendes präsentiert, der Werdegang des LABs reflektiert als auch Pläne für die Zukunft des Viertels geschmiedet.

TEAM „RASTA“
Das Team Rasta hat zusammen mit der Rasta Oldtimer Lounge ein neues Konzept entwickelt, das Kundschaft und Aufmerksamkeit auf die Bar und die anderen Lokalitäten der kleine Stoppenberger Straße ziehen soll. Mit Fußabdrücken, die von der Universität ins Eltingviertel führen, sollten Studierende in die Rasta Oldtimer Lounge gelockt werden. Rosa und Ana fertigten ein Aushängeschild und ein Werbeschild für die Lounge an und brachten somit mehr Leben in die kleine Stoppenberger Straße. Um die Wirkkraft der Bar noch zu erhöhen, soll die Eingangstür bemalt werden, genau wie es auch in Rastas Heimat üblich ist.

Am Samstag fand dann die Jam-Session in der Lounge satt: Gemeinsam mit den Gästen wurde musiziert und jeder konnte mitmachen. Es wurden Instrumente gespielt und gerappt, die Session war ein voller Erfolg und die Rasta Oldtimer Lounge war gut besucht.

„Durch euch bin ich ein Star“

Rasta

Durch die Aktionen des Team Rasta wurde das Nachbarschaftsverhältnis gestärkt und im Viertel wurde Aufmerksamkeit auf die Rasta Oldtimer Lounge gezogen. Gemeinsam mit Rasta will das Team jetzt ein ganzheitliches Konzept für die kleine Stoppenberger Straße entwickeln: Wie kann das Konzept, das für die Lounge entwickelt wurde auch auf die anderen Lokalitäten übertragen werden? Und wie sieht ein Gestaltungskonzept aus, das auch von den Nachbarn in Zukunft weitergeführt werden kann?

TEAM „HISTORY“
Das Team History sind Studentin Lena und die Nachbarn Petra und Klaus Demel. Petra Demel ist im Eltingviertel aufgewachsen und ihre Geschichten bildeten den Ausgangspunkt für das Wirken des Team History. Durch Cultural Probes und das Historytreffen sammelte Lena zusätzlich Geschichten und Informationen zum Eltingviertel der vergangenen Tage. Die Idee: die Geschichten wieder ins Viertel zu bringen und für die jetzigen BewohnerInnen aufzuarbeiten. Die Herausforderung war nun, für die alten Geschichten ein neues Medium zu finden.

So entstand der Rundgang durchs Eltingviertel: Ausgehend von der Haltestelle „am Freistein“ mit einem Aufkleber, der zum Rundgang aufruft. Weiterlaufend gab es Geschichten von der Hauswirtschaftsschule, ein altes Rezept aus dem Viertel oder Erinnerungen aus den vergangenen Tagen. Es ergab sich ein sehr lockerer, freundschaftlicher Spaziergang. Alle Teilnehmer hatten viele Geschichten zu erzählen und während des Rundgangs ergaben sich viele neue Anekdoten und Anregungen.

Wie geht es weiter? Bei dem Rundgang kamen viele Ideen auf, wie das Projekt weitergeführt werden könnte und auch die Nachbarn haben großes Interesse daran, die Arbeit des Team History weiterzuführen. Eine Möglichkeit wäre, ein regelmäßiges Historytreffen einzurichten und den Rundgang zu erweitern.

TEAM „VIERTELFUNDSTÜCK“
Sophie und Julia wollten den nachbarschaftlichen Austausch von Gegenständen im Viertel fördern. Das Projekt begann mit der Idee von Julia: Sie wohnt in der Nähe der Sperrmüllecke und hatte die Idee, eine Art Givebox im Viertel zu errichten, um den entsorgten Dingen einen Schenkort zu geben: durch Austausch und Versuchsreihen des Teams wurde die Idee des Viertelfundstückes geboren.

Zunächst entwickelten die beiden die Hausflurbox: Im geschützten Raum des Hausflures in einem Mehrfamilienhaus konnten Nachbarn untereinander Gegenstände tauschen. Die Nachbarn wurden durch das Tauschen und Schenken zusammengebracht und haben untereinander Kontakte geknüpft.

Der nächste Schritt war nun eine Tauschbox im Kinder- und Jugendtreff. Die Kinder hatten viele Ideen, was verschenkt werden könnte oder worüber sie sich selbst freuen könnten. Alle haben die Gegenstände aufgemalt, die die Kinder zu Hause hatten und verschenken wollen. Auch die Betreuer begannen mit der Zeit, sich beim Tauschen und Schenken zu beteiligen. Die Kinder wurden dadurch für das Thema sensibilisiert und ihre Gemeinschaft durch die Aktionen gestärkt.
Der öffentliche Tauschort am Kiosk begann zunächst mit einem Koffer, den der Kioskbesitzer Matti jeden Tag rausstellt. Um ihm den Alltag zu erleichtern und um mehr Dinge verschenken zu können, kam die Idee eines Schenkschrankes auf. In der Werkstatt der Universität bauten sie gemeinsam einen ausrangierten Spind, welcher wind- und wetterfest ist, so um, dass er den Anforderungen der üblicherweise verschenkten Gegenstände gerecht wird. Der Schrank fand großen Anklang in der Nachbarschaft: bei der Schrankeröffnung legte viele Nachbarn ihre Gegenstände hinein oder nahmen heraus, was ihnen gefiel. Nun wartet der Schrank auf seine Genehmigung.

Sophie hat sich viele Gedanken zum Thema Partizipation im Projekt gemacht und reflektiert, wie ein partizipatives Projekt aufgebaut werden muss: welche Anteile haben die Co-Entwickler an dem Schaffen? Und inwiefern erhöht die Partizipation die Qualität der Gestaltung?

TEAM „VOLL GUT MITEINANDER“
Das Team startete in das Projekt mit einem Versuch: Sie fragten bei einem Spaziergang durch das Viertel Passanten, an welchem Ort man sich im Viertel gut treffen könnte. Die Passanten verwiesen sie immer auf die Innenstadt.

Bei genauerer Betrachtung der Lokalitäten im Viertel fiel der Waschsalon auf: Hier sollte ein Treffpunkt für die BewohnerInnen des Viertels entstehen. Durch das Aufstellen eines Tisches, einiger Sitzbänke oder eines aufmerksamkeitserregenden Plastikflamingos wurde eine Möglichkeit gefunden, ein Gespräch anzufangen und die Nachbarn zum Treffen im Salon zu ermutigen. Das Team wollte mit seinen ungewöhnlichen Aktionen die Nachbarn positiv überraschen und einen Anreiz schaffen, Geselligkeit im Viertel zu fördern.

Als nächsten Schritt wurde ein Waschtreff organisiert: mit Rhythmusworkshop oder gemeinsamen Lesen sollten die Nachbarn im Waschsalon einen Begegnungsort finden. Dabei ging es vor allem durch den Austausch und den Anstoß, sich gegenseitig zu inspirieren oder kurze Geschichten zu erzählen. Bei der Viertelexpedition fand somit wieder der Waschtreff statt, bei dem erzählt, vorgelesen und sich kennen gelernt wurde. Dabei hat das Team herausgefunden, dass man sich immer individuell auf die Wünsch der Nachbarn einlassen muss und das Programm des Waschtreffs meistens spontan entsteht. In Zukunft werden die Mittwochstreffen noch weiter ausgebaut: Mit Musikabenden und anderen Aktionen könnte der Waschsalon bald zum beliebten Treffpunkt im Eltingviertel werden.

TEAM „RAKETE“
Das Team Rakete: Das sind Andy, Tina und Sascha.

Mit Cultural Probes wollte das Team die Wünsche der EltingbewohnerInnen einfangen – durch kleine Zettel in Überraschungsei-Kapseln. Der gleichzeitige Bau einer Raketenstation sollte die Sammelstation für die Kapseln sein.

Nachdem die Station im Kindergarten aufgestellt wurde, sollte ein Event stattfinden, bei dem die Rakete dann ins All starten sollte. Im Laufe der Zeit entschied sich das Team nochmal um, denn eine Recherche hatte ergeben, dass zum einen der Großteil der Bevölkerung im Viertel Kinder sind und diese die Zukunft des Viertels sind und zum Anderen, dass diese besonders viel zu ihren Wünschen zu berichten haben.

In den nächsten Wochen lernte das Team Harriet und ihr Atelier elTing kennen und hatte somit einen idealen Ort gefunden, eine Workshopreihe mit Kindern mit und ohne Migrationshintergrund zu starten. Der Workshop wurde ausführlich geplant, dennoch verlief die Arbeit mit den Kindern nicht selten auch anders als erwartet. Sascha und Tina mussten sich bewusst werden, dass partizipative Gestaltung bedeutet, sich auf die Co-Entwickler einzulassen und dass die Arbeit mit Kindern nun eine neue Herausforderung darstellte.

Die Kinder bastelten Raumanzüge und Raketen während das Team immer besser verstand, wie es mit den Co-EntwicklerInnen umgehen musste. Beim letzten Workshoptermin entstanden kleine, wetterfeste Miniraketen, die mit Wünschen gefüllt wurden und dann beim Raketenevent gestartet wurden. Die Raketen wurden in der Nähe der Häuser befestigt, in denen die Kinder wohnen und gleichzeitig gut einsichtig sind.

Das Team Rakete freut sich, dass sie neue Kontakte knüpfen konnten und vor allem ihre Co-EntwicklerInnen im Viertel vernetzen konnten.

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